Unbekannte haben in Berlin ein Toyota-RAV4-Taxi aufgebrochen und die Hybridbatterie ausgebaut. Das Auto stand auf einem öffentlichen Parkplatz. Offenbar waren Profis am Werk – kein Einzelfall.

In der Nacht vom 28. auf den 29. September 2026 haben bislang unbekannte Täter in Berlin ein Toyota RAV4-Taxi aufgebrochen und dessen Hybridbatterie ausgebaut und gestohlen. Das Fahrzeug war auf öffentlichem Straßenland abgestellt. Der Eigentümer, der Einwagenunternehmer G. Yilma, hat sich mit Fotos an die Taxi-Times-Redaktion gewandt. Er wolle auf das hohe Diebstahlrisiko für ähnliche Fahrzeuge auf ungeschützten Parkplätzen aufmerksam machen, schreibt er. Durch den Diebstahl sei an seinem Auto wirtschaftlicher Totalschaden entstanden, wodurch er seine berufliche Arbeitsgrundlage verloren habe.
Die Bilder lassen auf ein routiniertes Vorgehen schließen. Zugang verschafften sich die Täter über die kleine Dreieckscheibe einer hinteren Tür. Sie wurde nicht zerschlagen, sondern samt Dichtung herausgelöst, was für eine Tat von Profis spricht. Anschließend räumten die Diebe die Rücksitzbank beiseite, unter der beim RAV4 der Hybridakku sitzt. Zurück blieb eine leere Wanne im Fahrzeugboden. Besonders schlimm: beim Ausbau der Batterie gingen die Diebe nicht zimperlich mit dem Wagen um und durchtrennten die Hochvoltkabel, die mit der Batterie verbunden waren, mit einem Seitenschneider. Ob sich eine Reparatur des Fahrzeugs unter diesen Umständen noch lohnt, ist fraglich.

Wer so zielsicher vorgeht, dürfte nicht zum ersten Mal einen RAV4 geöffnet haben. Bemerkenswert ist zudem, dass sich der Aufwand für die Täter offenbar auch bei einem Taxi lohnt. Bei einem solchen Fahrzeug wäre eine hohe Laufleistung zu vermuten, die den Wert eines gebrauchten Akkus eigentlich schmälert. Da der RAV4 im Taxigewerbe ein gängiges Modell ist, erscheint es sinnvoll, immer ein wachsames Auge auf das Fahrzeug zu haben – fragt sich nur, wie. An Taxiunternehmer, die ihre Hybridfahrzeuge nachts im öffentlichen Straßenraum abstellen müssen, will Yilma im Berliner Fall dennoch eine Warnung aussprechen.

Dass es sich um eine gezielte Masche handeln könnte, zeigt ein Fall aus Österreich. Wie der ORF im November 2025 meldete, hatte die Polizei dort zwei Männer aus der Republik Moldau festgenommen, die zwischen Mai und November 2025 in Wien und Niederösterreich in 15 Fällen Hybridakkus aus Toyota-Fahrzeugen gestohlen haben sollen, vor allem aus den Modellen RAV4 und C-HR. Den Schaden bezifferten die Ermittler laut dem Bericht auf rund 5.500 Euro pro Fahrzeug und insgesamt mehr als 80.000 Euro. Die Verdächtigen hatten keinen Wohnsitz in Österreich und sollen eigens für die Taten eingereist sein.

Auch in Deutschland gab es bereits ähnliche Fälle. Im Nürnberger Osten bauten bislang Unbekannte zwischen dem 2. und dem 5. März 2026 die Hybridbatterien aus zwei Toyota-Fahrzeugen aus, die auf der Straße geparkt waren. Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken mitteilte, entfernten die Täter auch hier gewaltsam jeweils eine Scheibe, um an die Batterie unter der Rücksitzbank zu gelangen. Den Entwendungsschaden bezifferte die Polizei auf mindestens 2.000 Euro; der gesamte Schaden für den oder die Fahrzeughalter wird wesentlich höher sein. Die Nürnberger Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf und bat um Zeugenhinweise. Über Festnahmen ist bislang nichts bekannt.
Nur wenige Monate später schlugen Diebe in Hessen zu. In der Nacht zum 10. Juli 2026 brachen Unbekannte in Rüsselsheim am Main zwei baugleiche Toyota-Hybridfahrzeuge auf, die ebenfalls an der Straße geparkt waren. Wie das Polizeipräsidium Südhessen mitteilte, verschafften sich die Täter gewaltsam Zugang zu den Autos und bauten in beiden Fällen die Batterien aus. Den Schaden schätzte die Polizei zunächst auf insgesamt mehr als 10.000 Euro. Die Rüsselsheimer Kriminalpolizei ermittelt. Auch hier ist über Festnahmen bislang nichts bekannt. ar/sg
Beitragsfoto: Alle Fotos G. Yilma








