Die FMG als Betreiber des Flughafens im Erdinger Moos und Uber rücken näher zusammen. Wie der amerikanische Fahrtenvermittler der Presse mitteilte, wurden jetzt spezielle Pick-up-Zonen an beiden Flughafenterminals errichtet.
Schon lange hatte Uber sich darum bemüht, am Münchner Flughafen fester in den Sattel zu steigen, jetzt ist genau das dem Unternehmen gelungen. Die offiziell als Partnerschaft titulierte Geschäftsverbindung zwischen den beiden Unternehmen hat dazu geführt, dass die rar gesäten Aufstellflächen rund um die Terminals jetzt auch noch einen Raubtierkapitalismus à la Uber zur Verfügung gestellt werden. Wie Fahrdienste arbeiten müssen, um finanziell irgendwie über die Runden zu kommen, ist kein Geheimnis, denn hier ist Rechtsbruch an der Tagesordnung, das haben stichprobenhafte Mietwagenkontrollen, die das KVR durchgeführt hat, bereits bewiesen.
Für das ohnehin arg gebeutelte Taxigewerbe hatte man sich bislang auf ein seit vielen Dekaden gewachsenes Verhältnis zur FMG verlassen können. Bereits ziemlich genau vor zwei Jahren hatte Taxi Times vor Kooperationen von Flughäfen mit Uber gewarnt und eine Unterschriftenaktion gegen die Annäherung ins Leben gerufen.
Neben den Flughäfen Berlin-Brandenburg, Düsseldorf und Frankfurt ist München nun der vierte Flughafen, der spezielle ‚Pick-up‘-Zonen zur Verfügung stellt. In der manchmal sehr blauäugig berichtenden Münchner Tagespresse freut man sich über die ‚guten‘ Nachrichten und rechnet direkt vor, wie viel Geld man sparen kann, wenn man anstatt mit dem Taxi mit einem Uber-Fahrzeug in die Stadt fahren würden. Eine Milchmädchenrechnung, denn von festen Tarifen, wie man sich schon lange vom Taxitarif und besonders lange bei Flughafenfahrten kennt, ist man bei Uber ganz weit entfernt, denn die Preise sind nicht verlässlich, da sie sich nach Angebot und Nachfrage richten.
Die Folgen wird man spätestens dann spüren können, wenn, wie bereits offiziell angekündigt, weder die S-Bahn-Linien S1 noch die S8 wegen Bauarbeiten für mehrere Tage den Flughafen nicht anfahren werden. Einmal betrifft das den Zeitraum zwischen Donnerstag, 19. März ab 21.30 Uhr bis zum Montag, 23. März, 5 Uhr sowie vom 13. April, 22.10 Uhr bis Freitag, 17. April, 5 Uhr.
Fans der Liasion, so behaupten Insider, sind in der obersten FMG-Führungsriege zu finden. Der 2024 eingeführte neue COO Thomas Hoff Andersson war zuvor Geschäftsführer und Chief Operating Officer der Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH, also dort, wo sich Uber auch eine Pick-up-Zone sichern konnte. Letztlich muss man sich auch die Frage stellen, ob das System Uber mit den Werten des Freistaat-Bayerns überhaupt vereinbar sind. Zur Erinnerung: als Gesellschafter der Drehscheibe zu Welt fungieren neben dem Freistaat Bayern (51 Prozent) auch die Bundesrepublik Deutschland (26 Prozent) und nicht zuletzt die Stadt München (23 Prozent).
Diese Pick-up-Zonen waren schon seit längerer Zeit von Uber gewollt. Wie man weiß, war es da auch nicht zuträglich, dass immer mehr Taxis mit Uber Werbung die Besucher am Terminal abholten und dafür eigentlich für die Rabattpreise des Wettbewerbers beworben haben. Denn, wie kann man da noch für das Taxi und gegen Uber argumentieren, wenn sich die eigenen Leute mit dem Fahrtdienstvermittler anbiedern? Was dem Autor dieser Zeilen übrigens ganz besonders ins Auge gesprungen ist, ist ein kleiner Hinweis in der Uber-Pressemeldung, denn dort weist man darauf hin, das die beiden neuen Pick-up-Punkte eben nicht nur von Mietwagen, sondern auch von durch Uber vermittelte Taxis genutzt werden können. Und zu guter Letzt noch ein Rückblick auf die regelmäßigen Ausschreibungen, wer die Taxis am Flughafen organisiert: Schon bei der letzten Ausschreibung wurde deutlich, dass die FMG seinen CO₂-Fußabdruck auch auf dem Boden senken will. Wenn die Forderung nach emissionsfreien Taxi laut wird, wer könnte sich dafür in Zukunft interessieren?
Beitragsfoto: Pick-up-Zone am Terminal 1









Auch wenn uns das als Taxler gar nicht gefällt was da passiert…kann man sich ja eigentlich an der Pick Up Zone mit einer Fotokamera postieren und die ganzen Verstöße der UBER Fahrer aus Friedberg, Weißenburg, Pfaffenhofen usw. sauber dokumentieren und zur „Anzeige“ bringen ?!
Warte mal …. Da werden schawarzfahrten ohne Ende stattfinden . Lösch den Auftrag ich fahr dich so Bar . Einige sind so schlau dass die sogar ein Karten Lese Gerät haben Hauptsache die Provison von Uber sparen . Jeder der so ein Platz schafft und dann wegschaut ist ein Mittäter für die Kriminalität und die andere frage ist wieso darf dort nur Uber fahren ? Was ist eigentlich mit anderen Anbietern? Schafft sich jetzt jeder einen Platz ?
@ Andreas: Ist das nicht auch jedes mal ein Verstoß gegen §49 Abs. 4 Rückkehrpflicht für die Münchener Mietwagen? Das PBefG kennt keinen Absatz, dass Uber Fahrzeuge am Flughafen XY bereitstehen dürfen. VG aus Kiel
@Peter: Natürlich ist das ein Verstoß… aber die Behörden schaffen es nicht das Thema in Griff zu bekommen. Und so lange kommen die aus den entlegensten Winkeln aus Bayern…teileweise 100KM vom Flughafen entfernt…also zumindest laut Zulassung und blauer Konzessionsnummer. Totaler Beschiss!! Grüße nach Kiel
Durch die Einrichtung dieser beschilderten Zone wird ein lang existierendes Problem wieder sichtbar.
Dem Taxi als Teil des öffentlichen Personenverkehrs ist an den Orten des Bedarfs das Aufstellen zu ermöglichen. Wie im Linienverkehr (Haltestellen) müssen dafür Flächen exklusiv bereitgestellt werden.
Beim Flughafen in München wie auch an vielen Bahnhöfen bedeutet das, auf deren Grund wurden vor langer Zeit kostenpflichtige Nutzungsverträge abgeschlossen. Obwohl es sich eindeutig um öffentlichen Verkehrsraum handelt. Ob es sinnvoll war diesen abgenötigten Verträgen jemals zuzustimmen, wird immer fragwürdiger.
Bei Uber als eindeutig privatrechtlichem Fahrtenvermittler ohne eigene Fahrzeuge ist diese Flächenwidmung noch viel fragwürdiger. Denn dies Pseudo/Fake-Taxis haben im Verkehr keinerlei Sonderrechte. Sie sind wie jeder andere Abholer zu behandeln.
Die Flughafengesellschaft betont ihre Gewinnorientierung immer wieder. Daher ist es tatsächlich auch in diesem Fall sehr interessant, ob diese dreiste Parteinahme auch von den Anteilseignern, also letztlich von uns Bürgern hingenommen wird.
Der MUC ist schon lange eine Katastrophe fürs münchner Taxigewerbe.
Die horrenden Gebühren vom IF schrecken schon lange die ehrlichen Münchner Taxler ab. Am Flughafen stehen in großer Zahl Taxis bereit, die nur vom Flughafengeschäft leben. Siehe Taxidichte der Gemeinde Oberding.
Auf kürzestem Weg ans Fahrziel ist den Kollegen da draussen sowieso nicht zumutbar, da wird erstmal auf die Autobahn gefahren um mit dem Fahrgast möglichst viel Kilometer zu machen. Klar bei den Wartezeiten von bis zu 8 Stunden. Wovon soll man denn leben. Eine Bedarfsplanung fand da eh nie statt, der Isarfunk will ja möglichst viele Plaketten verkaufen.
Einer von vielen gewerbeinternen Fehlern in München, die den Boden für Uber und Co bereitet haben. Will aber wieder keiner wissen.
PS: Daß einige Flughafenspezialisten uns mittels diverser Vermittlungsapps gerade beim ÖPNV Streik unter die Arme greifen, obwohl sie Taxikonzessionen aus ED oder FS haben, brauch ich nicht gesonderr erwähnen, oder?
Ist da jetz Uber Schuld oder Freenow oder haben die Landkutscher keinen Anstand?
@Andi: MUC braucht eine eigene Betrachtung der dort herrschenden Verhältnisse. Zu komplex für eine kurze Aussage. Abgesehen vom Thema Pseudo/Fake-Taxis.