Waymo testet seit einiger Zeit selbstfahrende Taxis in London. Lyft und Uber planen, Robotaxis von Baidu einzusetzen. Laut Umfrage lehnt eine Mehrheit der Londoner die Mitfahrt in einem fahrerlosen Taxi allerdings ab.
Das Zeitalter des autonomen Fahrens scheint in der britischen Hauptstadt offiziell angebrochen zu sein. Das amerikanische Technologieunternehmen Waymo lässt seine Fahrzeuge nun selbstständig im komplexen Londoner Verkehr und Straßennetz fahren – zunächst noch immer mit Sicherheitsfahrer. Lyft, Uber und der chinesische KI-Partner Baidu planen Robotaxis in London für die zweite Jahreshälfte.
Obwohl die Waymo-Fahrzeuge bereits seit dem vergangenen Herbst in der Stadt unterwegs sind – wie viele Londoner Black-Cab-Fahrer die letzten Monate unterwegs feststellten – wurden sie zuvor manuell von menschlichen Sicherheitsfahrern gesteuert. Nun hat Waymo bestätigt, dass die künstliche Intelligenz, der „Waymo Driver“, die Steuerung übernommen hat. Ein Fahrer bleibt jedoch weiterhin am Lenkrad, um bei Bedarf einzugreifen. Dieser Übergang folgt einer umfangreichen Trainingsphase, in der Fahrer die Flotte selbstfahrender Taxis über zehntausende Kilometer auf Londons Straßen testeten.
„Die ersten Kilometer bilden die Grundlage für das Verständnis des ‘Waymo Driver’ und ermöglichten es unserem Team, den Fahrer in einer simulierten Londoner Umgebung zu trainieren“, so Waymo. In den letzten Wochen hat die KI schließlich die Kontrolle übernommen. Laut Waymo ist dies der nächste Schritt hin zur Einführung vollständig autonomer Personenbeförderungsdienste im Laufe dieses Jahres, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Regierung.
Trotz des technologischen Fortschritts steht Waymo vor der großen Herausforderung, die skeptische britische Öffentlichkeit zu überzeugen. Eine aktuelle YouGov-Umfrage ergab, dass sich 59 Prozent der Erwachsenen unter keinen Umständen in einem selbstfahrenden Taxi wohlfühlen würden, während 85 Prozent ein herkömmliches Taxi einem autonomen vorziehen würden, wenn Kosten und Komfort gleich wären.
Um diese Bedenken auszuräumen, verweist das Unternehmen auf seine Sicherheitsdaten und behauptet, seine KI sei deutlich zuverlässiger als ein Mensch. „Der Waymo-Fahrer war in den Gebieten, in denen wir tätig sind, an 92 Prozent weniger Unfällen mit schweren oder tödlichen Verletzungen beteiligt als menschliche Fahrer“, so das Unternehmen. Neben der Sicherheit präsentiert Waymo die Robotaxis als Gewinn für die Privatsphäre und Sicherheit der Fahrgäste, insbesondere für Frauen. Nicole Gavel, Leiterin der Geschäftsentwicklung bei Waymo, merkte an, die Technologie biete eine „übernatürliche Wahrnehmung“. Gegenüber Sky News erklärte sie: „Unsere Sensoren können die Umgebung viel besser, viel genauer und mit einem größeren Sichtfeld wahrnehmen als menschliche Fahrer.“
Interessant ist nun, dass Lyft und Uber mit ihrem chinesischen Partner, dem KI-Entwickler Baidu, und dessen Robotaxi Apollo GO RT6 ebenfalls planen, dieses Jahr einen selbstfahrenden Taxiservice auf die Londoner Straßen und Gassen loszulassen. Unbekannt ist, wann Lyft, Uber und Baidu die ersten Taxi-Probefahrten planen. Als wahrscheinlich gilt die zweite Jahreshälfte 2026. wf
Beitragsbild: Symbolfoto LEVC







