Letzte Woche Donnerstag und Samstag demonstrierten neben Studenten und anderen Gruppierungen auch Taxifahrer innerhalb der großen regulären Kundgebung im Herzen von Paris, fernab der Randale.
Bereits am Donnerstag, 15. Oktober, protestierten rund 2.000 Pariser Taxifahrer gegen das „Chaos“ und den „unfairen Wettbewerb“, die durch Mietwagen – in Frankreich als VTC (Voiture de Tourisme avec Chauffeur oder Voiture dedan Transport avec Chauffeur, Beförderungsfahrzeug mit Fahrer) bezeichnet – an den Pariser Flughäfen verursacht werden.
Das Kollektiv „Team Taxi“, das die Demonstration organisierte, wirft diesen Plattformen vor, eine Art „Anarchie“ im Personenbeförderungsgewerbe zu schaffen. „Einerseits erdrückt uns der französische Staat mit Kraftstoffkosten und Betriebsausgaben, andererseits weigert er sich, Fahrdienst-Vermittlungsplattformen zu regulieren, die völlig unkontrolliert agieren – was den Berufsstand in ein totales Chaos stürzt“, erklärte Walid Hanida, der Vorsitzende des Kollektivs.
Der Protest begann bereits bei Tagesanbruch: Taxis fuhren auf dem Pariser Autobahnring („Périférique“) in Richtung des Flughafens Roissy-Charles de Gaulle und verursachten dabei erhebliche Verkehrsbehinderungen. Team Taxi fordert den französischen Staat dazu auf, die Kontrolle über die Fahrdienst-Vermittlungsplattformen „zurückzugewinnen“. Das Kollektiv wirft ihnen vor, einen Zustand der „Anarchie“ im Personenbeförderungssektor zu fördern.
Die Gruppe verlangt zudem die sofortige Einrichtung von „Ausschlusszonen“ am Flughafen, in denen es den Plattformen untersagt wäre, Fahrten zu vermitteln – eine Maßnahme, die laut Walid Hanida dazu dienen soll, „dem illegalen Ansprechen von Fahrgästen ein Ende zu setzen“. Zudem fordert die Gruppe „strenge Kontrollen der beruflichen Lizenzen und der Kennzeichnung von Fahrzeugen der Fahrdienstvermittler“ sowie den Wiedereinsatz von Personal in „blauen Westen“ (gilets bleus), das die Aufgabe hat, „Fahrgäste zu legalen Transportmöglichkeiten zu leiten und das illegale Anwerben von Kunden an den Flughäfen endgültig zu unterbinden“.
Der Protest setzte sich dann am Samstag, dem 17. Oktober, im Rahmen von Großdemonstrationen in der französischen Hauptstadt fort. Taxifahrer beteiligten sich an einer breiten Protestbewegung gegen die steigenden Lebenshaltungskosten, zu der auch Schüler, Studenten, Gewerkschaften und weitere Berufsgruppen aufgerufen hatten. Die Pariser Polizeipräfektur hatte die ursprünglich geplante Versammlungsroute untersagt und stattdessen einen Demonstrationszug vom Place de la République über die Boulevards Magenta und Barbès bis zum Place de Clichy genehmigt. Zahlreiche Bereiche der Innenstadt waren für Kundgebungen gesperrt, außerdem blieben 25 Metrostationen geschlossen. Die Taxler waren bereits weit marschiert, als am Place de la République die Randale ausbrachen, und befanden sich innerhalb der friedlichen Mehrheit der Demonstranten. wf/ar
Beitragsbild: Taxis in Paris, Symbolfoto: Wim Faber







