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Kein Investor, kein Uber – nur Mut: Braunschweig setzt ein Zeichen

von Hayrettin Şimşek
14. April 2026
Lesedauer ca. 2 Minuten.
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Kein Investor, kein Uber – nur Mut: Braunschweig setzt ein Zeichen
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Während vielerorts im Taxigewerbe gejammert wird, Plattformen immer mehr Druck ausüben und Strukturen durch Kontrolldefizite auseinanderbrechen, zeigt Braunschweig, dass es auch anders geht. Kein Investor, kein Blutsauger und kein Plattmacher, sondern Taxiunternehmer werden die insolvente Taxizentrale unter einer neuen Firmierung fortführen.

Seit 1974 ist die Taxizentrale ein fester Bestandteil der Löwenstadt, bekannt durch die legendären Taxi-Rufnummern „55555“ und „5991“ und wurde seit Anfang April 2026 von einem Insolvenzverwalter, Tobias Hartwig, geführt. Hartwig von der Kanzlei Schultze & Braun sieht keine Chance, das Unternehmen zu retten, da sich der Betrieb nicht mehr rechnen würde.

Laut der Braunschweiger Zeitung soll er sich bei der Redaktion gemeldet haben und sei nach der Berichterstattung von mehreren Interessenten angesprochen worden. Während im Hintergrund schon die üblichen Verdächtigen lauerten und darauf spekulierten, sich die wertvollen Rufnummern zum Spottpreis zu „hamstern“, passierte etwas Erstaunliches, womit viele nicht gerechnet haben: Taxiunternehmer, die das Braunschweiger Taxi-Gen seit Jahren verinnerlicht haben, haben sich, um den Zuschlag zu erhalten, zu einem Konsortium mit einem klaren Ziel zusammengeschlossen. „Gemeinsam wollen die Taxiunternehmer den Standort und damit auch alle sechs Arbeitsplätze erhalten“, so der Insolvenzverwalter. Trotzdem kann das bisherige Firmenkonstrukt der Zentrale nicht mehr gerettet werden und muss liquidiert werden, aber im Hintergrund entsteht bereits eine neue Gesellschaft mit gleichem Standort und gleicher Aufgabe.

Einerseits beweist Braunschweig, dass Taxiunternehmer selbst Verantwortung übernehmen und Strukturen retten können, wenn sie rechtzeitig und mutig handeln. Andererseits macht genau diese Situation deutlich, wie nah viele Betriebe und Zentralen bereits am Abgrund stehen. Frankfurt mahnt, was passiert, wenn man zu spät reagiert: Dort hat sich unter Akteuren wie Mohnke längst ein Umfeld entwickelt, in dem wirtschaftlicher Druck, Plattformkonkurrenz und strukturelle Schwächen das klassische Taxigewerbe massiv unter Druck setzen.
Braunschweig ist kein Happy End, sondern ein Spiegel der dauerhaften Krise und ein Aufruf zur Eigeninitiative. hs

Beitragsfoto: KI-generiertes Symbolfoto

Tags: BraunschweigFrankfurtInsolvenzInvestorRettungTaxizentraleThomas MohnkeUberZusammenschluß
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Hayrettin Şimşek

Der Taxiunternehmer ist in Berlin in der Tagschicht im Einsatz. Neben eigenen Beiträgen unterstützt er die Redaktion bei der Themenrecherche, betreut die ‚sozialen Kanäle‘ von Taxi Times und übersetzt zahlreiche Beiträge ins Türkische.

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