Das klassischen Taxigewerbe und die autonome Mobilität rücken stetig näher zusammen. Mit Taxi.de und Bliq.ai rückt nun eine weitere Zusammenarbeit in den Fokus. Sie zeigt, wie sich etablierte Taxidienstleister und neue Fahrzeugtechnologien künftig ergänzen könnten. Auf der Europäischen Taximesse wollen die Partner einen Einblick in die Mobilität von morgen geben.
Robotaxis gelten gemeinhin als Konkurrenz für das klassische Taxigewerbe. Doch zunehmend zeichnet sich auch ein anderes Bild ab: Statt ausschließlich gegeneinander anzutreten, könnten Taxiunternehmen und Anbieter autonomer Mobilität künftig gemeinsame Geschäftsmodelle entwickeln. Dabei bringen die einen ihre Erfahrung in der Personenbeförderung, bestehende Kundenbeziehungen und ihre Marktkenntnis ein, während die anderen neue Technologien beisteuern.
Ein weiteres Beispiel für diese Entwicklung liefert nun Taxi.de. Das Unternehmen will auf der Europäischen Taximesse seinen Partner Bliq.ai vorstellen, der sich mit ferngesteuerten und perspektivisch autonomen Fahrzeugen beschäftigt. On Köln wird auch ein Demonstrationsfahrzeug von Bliq statisch präsentiert.
Bliq will autonome Fahrzeuge auf die Straße bringen und hat bislang in Estland und Finnland eine Genehmigung bekommen. Weitere Genehmigung sollen in Litauen, Norwegen, Dänemark, Spanien, Schweden und Lettland folgen. Interessant ist dabei, dass Bliq nicht nur die Plattformen im Blick hat, sondern auch andere Flottenbetreiber, Unternehmen, Städte aber auch Familien.

„Wir bauen keine Robotaxis, sondern das ist eher was für die private Nutzung, wo man halt sagt. „Ok ich habe einen Chauffeur nur ohne Chauffeur. Das gleiche gilt auch für Geschäftskunden, die unsere Fahrzeuge für ihre eigenen Unternehmensflotten verwenden,“ Julian Glaab, Mitbegründer und CEO von Bliq im Interview mit der Deutschen Welle
Eine Besonderheit ist dabei, dass Bliq keine eigenen Fahrzeuge entwickelt, sondern vielmehr bereits existierende Fahrzeuge so umrüstet, dass sie autonom fahren können. Zudem werden die Fahrzeuge permanent von Menschen überwacht und können bei Bedarf ferngesteuert werden.
Auch wenn in Köln kein autonomer Fahrbetrieb demonstriert wird, ist die angekündigte Präsentation ein interessantes Signal. Denn die Verbindung von Taxivermittlung und Technologien für ferngesteuerte beziehungsweise künftig autonome Fahrzeuge eröffnet neue Perspektiven für die Branche.
Dass sich klassische Taxiunternehmen mit dem Betrieb von Robotaxis beschäftigen, nimmt immer mehr zu. Taxi Times berichtete bereits darüber, dass ein Münchner Taxiunternehmen künftig als Betreiber von Robotaxis auftreten will.
Wenn es nach diesen Akteuren geht, dann liegt die Zukunft der Personenbeförderung nicht zwangsläufig in einer vollständigen Ablösung des klassischen Taxis. Denkbar sind vielmehr Modelle, bei denen konventionelle Taxis, ferngesteuerte Fahrzeuge und perspektivisch autonom fahrende Fahrzeuge innerhalb gemeinsamer Mobilitätsangebote eingesetzt werden.
Gerade für bestehende Taxiunternehmen könnte dies eine Möglichkeit sein, an der technologischen Entwicklung teilzuhaben, anstatt den Markt ausschließlich neuen Wettbewerbern zu überlassen. Noch sind aber viele Fragen offen. Dazu zählen die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Wirtschaftlichkeit und die praktische Einbindung neuer Fahrzeugtechnologien in bestehende Vermittlungs- und Betriebsstrukturen.
Dennoch dürfte das Thema für Taxiunternehmer von Interesse sein. Denn mit der zunehmenden Entwicklung autonomer Mobilitätsangebote stellt sich nicht mehr nur die Frage, ob Robotaxis eines Tages zum Straßenbild gehören werden. Entscheidend wird auch sein, wer diese Fahrzeuge betreibt, vermittelt und wirtschaftlich in bestehende Mobilitätsangebote integriert.
Die Macher hinter Bliq sind dem Taxigewerbe übrigens nicht ganz unbekannt. Über mehrere Jahre hinweg waren sie für die Bliq-App verantwortlich, mit der Mietwagenfahrer Aufträge verschiedener Plattformen wie Uber, Bolt und FreeNow zentral verwalten konnten. Später bot Bliq den Fahrgästen auch eine Vergleichs- und Buchungsplattform an, über die sie Fahrpreise verschiedener Anbieter vergleichen und Fahrten buchen konnten. 2025 hat man dieses Geschäftsmodell allerdings aufgegeben. sg
Beitragsfoto: Hyundai Ioniq5 mit Bliq Dachaufbau Quelle: Bliq







