Mindestpreise wirken: Seit rund sechs Wochen gelten in Köln Mindestbeförderungsentgelte für Mietwagen. Zeit für eine erste Zwischenbilanz.
Die ersten Marktdaten sowie die Rückmeldungen der Unternehmen zeigen: Das MBE tut genau das, was es soll. In Köln ist jetzt ein fairer Wettbewerb möglich und auch die wirtschaftliche Situation der Taxibetriebe hat sich verbessert. Eine Einschränkung der Mobilität der Bürgerinnen und Bürger, so wie es die Gegner des MBE prognostiziert hatten, ist nicht eingetreten.
Wie der Bundesverband Taxi- und Mietwagen (BVTM) in einer Pressemitteilung schreibt, sorgt das MBE für Gewinner bei allen Beteiligten. Nicht nur das Taxigewerbe kann ein Umsatzplus von ungefähr 20 Prozent verzeichnen, auch Bus und Bahn gehören zu den Gewinnern. Das kommt, weil rund ein Drittel der bisherigen Mietwagenfahrer auf den ÖPNV umgestiegen sind.
Wer jetzt große Probleme beim Mietwagengewerbe vermutet, liegt falsch, denn obwohl die Nachfrage um rund 50 Prozent gesunken sein soll, berichten die Mietwagenbetriebe von deutlich höheren Erlösen pro Fahrt sowie geringeren Kosten.

„Die Menschen in unserer Stadt bleiben mobil, der ÖPNV aus Bus, Bahn und Taxi ist deutlich gestärkt und auch die Mietwagenbetriebe kommen nicht unter die Räder. Wir haben lange für die Einführung der Mindestbeförderungsentgelte geworben und sind jetzt selbst ein bisschen überrascht, wie positiv sich dieses Instrument auswirkt“, zieht Aleksandar Dragicevic, Vorstandsmitglied des Bundesverband Taxi und Mietwagen und Vorstandsvorsitzender vom Taxiruf Köln ein erstes Resümee.
Der Kölner Taxiruf kann sich seit der Einführung des MBE über sieben Prozent mehr Aufträge freuen. Bei Einsteigern und anderen Vermittlern und anderen Plattformen fällt das Auftragsplus mit zehn Prozent sogar noch höher aus. Dragicevic: „Wir erleben hier in Köln eine hohe Wettbewerbsintensität im Geschäft der Taxivermittlung, aber dieser Wettbewerb wird nicht länger auf dem Rücken der Fahrerinnen und Fahrer ausgetragen. Das ist gut für die Kollegen auf der Straße und auch gut für das Zusammenleben in unserer Stadt.“
Neben Köln sind auch in Essen, München, Heidelberg und Lörrach Mindestpreise eingeführt worden. In Dortmund wurde das MBE bereits vom Stadtrat beschlossen. Umso wichtiger sind die Erkenntnisse, die man aus der Situation in Köln ziehen kann. „Jede anderer Stadt in NRW und bundesweit weiß jetzt: Mindestpreise wirken, Mobilität bleibt erhalten. Es gibt keinen Grund, länger zu zögern“, so Dragicevic. Der jahrelange Kampf des BVTM und der Taxivertreter vor Ort zahlt sich nun endlich aus und zeigt auf, dass in allen Großstädten, die mit Dumping-Verkehren der Plattformvermittler zu kämpfen haben, Mindestpreise eingeführt werden müssen. sg
Beitragsfoto: In Köln zeigen sich positive Auswirkungen des Mindestbeförderungsentgelt. Foto: Simi






und der Bürger der jetzt das doppelte für beförderung bezahlt muss leiden. ich werde nun definitiv nicht mehr in ein Taxi steigen
Lieber Taxi-Times-Leser, fällt Ihnen der Widerspruch in Ihrer Aussage auf? Weil Mietwagen teurer werden, wollen Sie nicht mehr mit dem Taxi fahren, das schon vorher teurer war? Sie sollten sich lieber fragen, wie die billigen Preise im Mietwagen möglich sind. Was würden Sie denken, wenn Sie zwischen all den Dönerbuden, bei denen ein Döner sieben, acht Euro kostet, zwei Buden sehen würden, die dauerhaft nur drei Euro für einen Döner verlangen? Da würden Sie vielleicht zurecht misstrauisch werden. Aber bei Uber werden Sie nicht misstrauisch?