Der Bundesverband Taxi und Mietwagen hat mit seiner Erhebung die große Bedeutung von Minijobs im Taxigewerbe festgestellt und in prägnanten Kurzaussagen ohne langwierige Erklärungen veröffentlicht.
Die politische Diskussion über eine mögliche Abschaffung des Sonderstatus von Minijobs betrifft das Taxi- und Mietwagengewerbe in besonderem Maße. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesverband Taxi und Mietwagen e. V. (BVTM) nach Auswertung seiner Online-Befragung vom Juli und August 2026.
„Um die Bedeutung dieser Beschäftigungsform für unsere Branche mit belastbaren Zahlen zu unterlegen, hat der Bundesverband Taxi und Mietwagen eine Unternehmerbefragung durchgeführt“, heißt es in der Bekanntgabe einleitend.
An der Befragung im Juli und August 2026 haben 257 Taxi- und Mietwagenunternehmer teilgenommen. Die Ergebnisse sind eindeutig:

94 % der befragten Betriebe beschäftigen Minijobber.
In rund einem Drittel der Betriebe stellen Minijobber sogar die Mehrheit der Belegschaft.

Besonders wichtig sind Minijobber für Wochenendschichten (65,7 %), die Schülerbeförderung (49,4 %) und Nachtschichten (33,5 %).

Besonders häufig arbeiten Rentner (82,1 %) im Minijob; daneben spielen diese Beschäftigungsverhältnisse insbesondere für Frauen (36,3 %) und Menschen mit Migrationshintergrund (24,8 %) eine wichtige Rolle.

Rund 80 % der Unternehmer sehen in einer Abschaffung des Minijob-Sonderstatus ein großes Problem für das Taxi- und Mietwagengewerbe.
Rund zwei Drittel sehen dadurch sogar die Existenz ihres eigenen Betriebs unmittelbar bedroht.
Rund 80 % erwarten eine Verschlechterung des Mobilitätsangebots, insbesondere zu Nacht- und Randzeiten.
Lediglich 8 % halten die Reform für richtig, während 87 % sie ablehnen.
Die Ergebnisse zeigen damit sehr deutlich: Minijobs sind für viele Taxi- und Mietwagenunternehmen ein unverzichtbares Instrument, um insbesondere Verkehrsangebote zu Randzeiten und bei speziellen Verkehren aufrechterhalten zu können.
Der Bundesverband nimmt die Ergebnisse zum Anlass, sich intensiv in seinem zuständigen Ausschuss mit der Thematik und den möglichen Folgen für die Branche zu befassen. Gleichzeitig nutzt er seine politischen Kontakte auf Bundesebene, um die besonderen Belange des Taxi- und Mietwagengewerbes in die laufenden Beratungen einzubringen und auf die politischen Entscheidungsprozesse Einfluss zu nehmen.
Minijobs waren auch bei Taxi Times in den letzten Jahren und besonders in diesem Jahr immer wieder Thema. Bereits 2018 forderte der Verband des privaten gewerblichen Straßenpersonenverkehrs Nordrhein-Westfalen (VSPV) angesichts steigender Mindestlöhne eine Anhebung der Minijob-Grenze. 2022 nahm der BVTM zu einem Gesetzentwurf Stellung und sah bei der geplanten Neuregelung noch Schwachstellen, etwa bei der verschärften Überschreitungsregel und der Zeiterfassungspflicht. Zum Jahreswechsel 2024/2025 warnte Taxi Times Betriebe angesichts steigenden Mindestlohns und neuer Minijobgrenze davor, Minijob-Verträge ohne klare Stundenvereinbarung abzuschließen, da Gerichte sonst von einer regulären 20-Stunden-Woche ausgehen können. Im Januar 2025 folgte ein Beitrag dazu, warum Überstunden im Minijob ohne Stundenkonto riskant sind und wie eine schriftliche Vereinbarung Abhilfe schafft.
Zu Jahresbeginn 2026 fasste Taxi Times die neuen Sätze bei Mindestlohn und Minijob zusammen, darunter die Anhebung der Verdienstgrenze auf 603 Euro. Im März 2026 warf der Taxi- und Mietwagenverband Deutschland (TMV) der Politik vor, die Abschaffungsdebatte ohne Konzept zu führen, und fragte, wer die Fahrten dann noch übernehmen soll. Im Juli 2026 kritisierte der VSPV einen Widerspruch zwischen Minijob-Abschaffung und der geplanten Gegenfinanzierung über die Pauschalsteuer. Anfang August 2026 warnte der TMV vor den Folgen einer möglichen Zwangsversicherung für Existenzgründer im Taxigewerbe. Wenige Tage später ging es darum, wie die Rentenversicherung Taxibetriebe in Bedrängnis bringen kann. Grund waren Nachforderungen wegen sogenannten Phantomlohns bei Betriebsprüfungen. Ende August ordnete schließlich ein Kommentar die wilden Spekulationen um eine Minijob-Abschaffung ein und verwies auf die bereits beschlossene Erhöhung der Pauschalsteuer.
Anmerkung der Redaktion: Diese Linksammlung beweist: Experten betonen seit Jahren die immense arbeitsökonomische und soziale Bedeutung der Minijobs. Wie kann es also sein, dass die Politik jetzt ernsthaft über eine Abschaffung bzw. drastische Verteuerung nachdenkt und diese Pläne unter dem Deckmantel einer notwendigen großen Reform rechtfertigt? Deutschland braucht Reformen, das steht außer Zweifel. Aber ist den handelnden Politikern nicht klar, dass eine solch stümperhafte und ignorante Herangehensweise letztlich den Nährboden für die radikalen Parteien schafft?
Beitragsbild: KI-generiert; Grafiken: Bundesverband Taxi und Mietwagen e. V.








