Bereits Ende letzter Woche hatte der GVN von der Politik wegen der stark gestiegenen Spritpreise ein Eingreifen gefordert. Nun legt der Verband nach und warnt: Vor allem die mobile Versorgung kranker Menschen könnte bald nicht mehr gesichert sein.
Das Taxi- und Mietwagengewerbe in Niedersachsen schlägt erneut Alarm. Nach Angaben des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) bringen die drastisch gestiegenen Kraftstoffpreise viele Betriebe an ihre wirtschaftlichen Grenzen. Teilweise seien die Preise pro Liter um bis zu 60 Cent gestiegen – für ein Gewerbe, das an behördlich festgelegte Tarife gebunden ist und seine Preise nicht kurzfristig anpassen kann, eine kaum tragbare Belastung.
In der Praxis hat das bereits erste Folgen: Laut Verband bleiben vereinzelt Fahrzeuge stehen, weil sich der tägliche Betrieb nicht mehr rechnet. Besonders kritisch sei die Situation bei Krankenfahrten. Transporte zu Dialyse-, Chemo- oder Strahlentherapien sowie regelmäßige Arztfahrten für chronisch kranke oder mobilitätseingeschränkte Menschen könnten bald nicht mehr zuverlässig durchgeführt werden.
Zusätzlich geraten viele Betriebe durch gestiegene Personalkosten unter Druck. Der gesetzliche Mindestlohn wurde zu Jahresbeginn auf 13,90 Euro angehoben, während in vielen regionalen Taxitarifen noch mit deutlich niedrigeren Kalkulationsgrundlagen gearbeitet werde. Die Unternehmen müssten also höhere Löhne zahlen, könnten diese aber in den Tarifen bislang nicht refinanzieren.
Der GVN warnt deshalb vor weitreichenden Folgen für die öffentliche Daseinsvorsorge. Taxis übernehmen vielerorts Aufgaben, die über klassische Fahrten hinausgehen: Krankenbeförderung, Schülerverkehr, Mobilität für Menschen mit Behinderung sowie Nacht- und Wochenendverbindungen und die Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs – insbesondere im ländlichen Raum.
Der Verband fordert daher ein sofortiges politisches Eingreifen. Konkret verlangt das Gewerbe unter anderem die Aussetzung der CO₂-Bepreisung, kurzfristige Kraftstoffkostenzuschüsse sowie steuerliche Entlastungen für die Branche. Ohne schnelle Maßnahmen drohten Versorgungslücken – nicht nur im Verkehr, sondern auch in der medizinischen Betreuung vieler Menschen. nu
Beitragsfoto: KI-generiertes Symbolbild







