Aus verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten häufen sich die Meldungen über Robotaxi-Projekte, die zum Teil kurz vor der Serienreife stehen. Auch die Gesetzgebung dafür ist in einigen Ländern bereits weit fortgeschritten. Wir berichten in mehreren Teilen.
Teil 1: Aktueller Überblick und beteiligte Player
Teil 2: Ursprünge und heutige Situation in Deutschland
Teil 3: Lobbyarbeit in Großbritannien zahlt sich für Wayve und Waymo aus
Teil 4: Belgien arbeitet am Rechtsrahmen
Teil 5: Hohe Dichte an Projekten in Estland, Lettland und LitauenTeil 6: Viele Player in Spanien
Teil 6: Viele Player in Spanien
Teil 7: Größere Fahrzeuge in Österreich
Teil 8: Luxemburg – klein aber aktiv
Weitere Teile folgen.
Dies ist Teil 7: Größere Fahrzeuge in Österreich
In Österreich gibt es im Bereich autonomes Fahren etliche Projekte, wobei der Schwerpunkt hier bisher mehr auf autonomen Shuttles, Bussen und Testplattformen für Forschung und öffentlichen Verkehr liegt als auf Robotaxis. Auf Bundesebene wird aber bereits an einer Regulierung für den Einsatz autonomer Fahrzeuge gearbeitet.

Bein internationalen Taxitreffen „Meet the Cab“ in Wien stand dieses Jahr das Autonome Fahren sogar im Vordergrund. Das österreichische Kompetenzzentrum DigiTrans zeigte, dass automatisiertes Fahren technologisch weit entwickelt ist, in Österreich jedoch bürokratisch noch gebremst wird. Aktuell sind autonome Fahrzeuge nur im Testbetrieb mit Sicherheitsbeauftragtem erlaubt (Taxi Times berichtete).
Das österreichische Unternehmen Suraaa gehört zu den Pionieren. Nach eigenen Angaben betreibt es seit 2017 autonome Shuttles auf öffentlichen Straßen und seit 2018 teilweise im fahrplanmäßigen Betrieb. Im südlichsten Bundesland Kärnten wurden in der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee und in der nahegelegenen Kleingemeinde Pörtschach verschiedene Test- und Demonstrationsstrecken eingerichtet. Auch in in Italien gab es Tests. 2024 wurde zudem die erste autonome Shuttle-Flotte mit On-Demand-Service vorgestellt.

Im Südosten des Landes betreibt das Forschungsnetzwerk ALP.Lab mehrere Testgebiete für automatisiertes Fahren rund um Graz, die Landeshauptstadt der Steiermark. Hier werden Fahrzeuge unter realen Verkehrsbedingungen erprobt. Ein aktuelles Projekt ist der autonome Elektro-Stadtbus „TORUS“, der als Level-4-Testfahrzeug für den öffentlichen Straßenverkehr entwickelt wurde.
Beim Leitprojekt „Digibus Austria“ wird seit mehreren Jahren der Einsatz automatisierter Shuttlefahrzeuge im öffentlichen Verkehr erforscht. Ziel war zunächst Level 3 und die Vorbereitung von Level 4. Getestet wurde unter anderem in Salzburg, Wiener Neustadt (Niederösterreich) und auf speziellen Teststrecken.

Mit dem automatisierten Testfahrzeug eVAN werden in Oberösterreich und anderen Regionen verschiedene Anwendungsfälle erprobt. Das Fahrzeug ist als Level-4-Testplattform konzipiert und kann neben Personen auch Güter transportieren.
Erst dieses Jahr startete das Leitprojekt Roberta („Real World Automated Bus opERaTion Austria“). Erstmals sollen hochautomatisierte Level-4-Busse mit mehr als acht Sitzplätzen im regulären Linienbetrieb in mehreren Bundesländern getestet werden. Dabei ist weiterhin Sicherheitspersonal an Bord vorgesehen.
Es gibt in Österreich derzeit also keinen regulären Robotaxi-Dienst wie in den anderen vorgestellten Ländern und keine fahrerlosen Pkw im öffentlichen Regelbetrieb. Die Aktivitäten konzentrieren sich noch auf autonome Shuttlebusse, öffentliche Verkehrssysteme, Logistikanwendungen, Vernetzung und digitale Infrastruktur. ar
Siehe auch: Eine Sammlung von Taxi-Times-Artikeln zum Thema Autonomes Fahren
Beitragsfoto: Alp-Lab








