Aus verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten häufen sich die Meldungen über Robotaxi-Projekte, die zum Teil kurz vor der Serienreife stehen. Auch die Gesetzgebung dafür ist in einigen Ländern bereits weit fortgeschritten. Wir berichten in mehreren Teilen:
Teil 1: Aktueller Überblick und beteiligte Player
Teil 2: Ursprünge und heutige Situation in Deutschland
Teil 3: Lobbyarbeit in Großbritannien zahlt sich für Wayve und Waymo aus
Teil 4: Belgien arbeitet am Rechtsrahmen
Teil 5: Hohe Dichte an Projekten in Estland, Lettland und Litauen
Teil 6: Viele Player in Spanien
Teil 7: Größere Fahrzeuge in Österreich
Weitere Teile folgen.
Dies ist Teil 6: Viele Player in Spanien
Auch in Spanien bewegt sich einiges auf dem autonomen Gebiet. Im Zentrum Spaniens, in der Hauptstadt Madrid, hat Motional, das Joint Venture der Hyundai Motor Group, ein Robotaxi-Pilotprojekt am Laufen – gemeinsam mit Uber. Motionals Robotaxi basiert auf dem Hyundai Ioniq 5. Dieser Schritt ebnet den Weg für die Expansion in weitere europäische Länder. Hyundai bereitet sich darauf vor, noch in diesem Jahr einen fahrerlosen Robotaxi-Service mit dem Ioniq 5 in Las Vegas, USA, zu kommerzialisieren.
Laut Branchenberichten vom 29. Mai erklärte José Muñoz, Präsident der Hyundai Motor Company, in einem Interview mit der spanischen Zeitung Expansión, dass das Unternehmen eine Beteiligung am Madrider Robotaxi-Projekt prüft.

Die Madrider Behörden treiben ein Robotaxi-Pilotprojekt voran, das noch in diesem Jahr starten soll. Zu den teilnehmenden globalen Plattformunternehmen gehören Uber und Bolt, während auch Automobilhersteller wie Stellantis und die Beijing Automotive Group (BAIC) Interesse bekundet haben.
Muñoz sagte: „Wir evaluieren Geschäftsmöglichkeiten im Bereich der autonomen Mobilität durch Projekte wie das Madrider Robotaxi-Pilotprogramm.“ Er fügte hinzu: „Wir werden ein für den europäischen Markt optimiertes Vermarktungsmodell für autonomes Fahren weiterentwickeln.“ Ein Sprecher der Hyundai Motor Group erklärte, das Unternehmen prüfe „verschiedene Möglichkeiten, darunter auch eine Beteiligung an dem Projekt“.

Ein weit fortgeschrittenes Projekt im Nordosten des Landes ist ein Test des chinesischen Entwicklers WeRide und der Renault Group in Barcelona, die dort seit letztem Jahr einen Level-4-Robobus auf öffentlichen Straßen im Stadtzentrum erprobten. Mit den Fahrzeugen, die auf festgelegten Routen weitgehend selbstständig fahren, soll gezeigt werden, dass autonome Mobilität auch in dichtem Stadtverkehr funktionieren kann.
Ein weiteres Projekt im Busbereich findet sich ganz im Süden: Die andalusische Metropole Málaga gilt als eines der wichtigsten spanischen Versuchsfelder. Dort wurden autonome Elektrobusse von Irizar im realen Straßenverkehr getestet. Die Busse verfügen über einen automatischen Fahrmodus, verkehren aber unter kontrollierten Bedingungen und mit Überwachung.
Auch im Güterverkehr laufen in Spanien ambitionierte Projekte. IVECO und PlusAI testen seit 2026 Level-4-Lkw auf dem rund 300 km langen Korridor zwischen Madrid und Saragossa, auf halbem Weg nach Barcelona gelegen. wf / ar
Siehe auch: Eine Sammlung von Taxi-Times-Artikeln zum Thema Autonomes Fahren
Beitragsfoto: Motional








