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Autonomes Fahren: Pilotprojekte in Europa – Beispiel Schweiz

von Axel Rühle
7. Juli 2026
Lesedauer ca. 3 Minuten.
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Autonomes Fahren: Pilotprojekte in Europa – Beispiel Schweiz
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Aus verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten häufen sich die Meldungen über Robotaxi-Projekte, die zum Teil kurz vor der Serienreife stehen. Auch die Gesetzgebung dafür ist in einigen Ländern bereits weit fortgeschritten. Wir berichten in mehreren Teilen:

Teil 1: Aktueller Überblick und beteiligte Player
Teil 2: Ursprünge und heutige Situation in Deutschland
Teil 3: Lobbyarbeit in Großbritannien zahlt sich für Wayve und Waymo aus
Teil 4: Belgien arbeitet am Rechtsrahmen
Teil 5: Hohe Dichte an Projekten im Baltikum
Teil 6: Viele Player in Spanien
Teil 7: Größere Fahrzeuge in Österreich
Teil 8: Luxemburg – klein aber aktiv
Teil 9: Vielfältige Forschung und strenge Regeln in den Niederlanden
Teil 10: Die Schweiz hat schon den rechtlichen Rahmen

Dies ist Teil 10: Die Schweiz hat schon den rechtlichen Rahmen

Im zweiten Nicht-EU-Staat unserer Serie (im Teil 3 haben wir über Großbritannien berichtet) liegt der Schwerpunkt des autonomen Fahrens von Anfang an auf ÖPNV-Angeboten, Shuttle-Diensten und Robotaxi-ähnlichen Pilotprojekten. Die Schweiz gilt im europäischen Vergleich als besonders innovativ, was den ÖPNV betrifft.

Autonomer Kleinbus mit Dual-Mode-Technologie; Foto: Kanton Schaffhausen

Bereits mehrere autonome Shuttle-Projekte hat das Swiss Transit Lab abgeschlossen: Im nördlichsten Kanton Schaffhausen, der auf allen Seiten außer im Südosten von baden-württembergischem Gebiet umgeben ist, wurden Anfang der 2020er-Jahre versuchsweise auf einer kurzen Verbindung – landesweit erstmalig – autonome Kleinbusse eingesetzt. Das Shuttle verkehrte anderthalb Jahre zwischen Neuhausen Zentrum und dem Rheinfall und beförderte etwa 35.000 Fahrgäste. Danach wurde der Versuch beendet; die autonome Bedienung wurde nicht in einen dauerhaften Linienbetrieb überführt.

Eine Nachfolgelinie startete 2023. Bei diesem Projekt wurde erstmals ein umgerüsteter Toyota-Minibus mit sogenannter Dual-Mode-Technologie getestet. Auch dieses Projekt diente der Erprobung automatisierter Mobilität. Beide Projekte hatten vor allem das Ziel , Erfahrungen mit autonomen Fahrzeugen im öffentlichen Raum zu sammeln.

Autonomer iamo-Kleinbus als Teil eines europaweit beachteten Level-4-Projekts; Foto: WeRide

Als Weiterentwicklung kann man das Projekt „iamo – intelligente automatisierte Mobilität“ im Furttal westlich von Zürich ansehen. Hier, 30 Kilometer südwestlich, testen das Swiss Transit Lab, die Kantone Zürich und Aargau sowie die Schweizer Bundesbahnen (SBB) selbstfahrende Fahrzeuge als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr. Technologiepartner ist das chinesische Unternehmen WeRide.

Die Fahrzeuge sollen Fahrgäste auf Abruf transportieren und perspektivisch ohne Fahrer unterwegs sein. Die Bevölkerung soll das Angebot im Laufe des Jahres 2026 nutzen können, das heißt: Im Kanton Zürich und einem kleinen Teil des Kantons Aargau sollen noch in diesem Jahr fahrerlose Shuttles auf öffentlichen Straßen Teil des normalen Verkehrs sein, unterstützt durch das Bundesamt für Straßen (ASTRA). Das Furttal-Projekt gilt als eines der ambitioniertesten europäischen Vorhaben für den praktischen Einsatz von Level-4-Fahrzeugen im Alltagsverkehr.

Bild: PostAuto

Im Nordosten des Landes testet die Schweizerische Post bzw. ihre Busverkehrsgesellschaft PostAuto den Dienst „AmiGo“, einen autonomen Mobilitätsservice für ländliche Regionen. Die Erprobung konzentriert sich auf die Kantone St. Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden. Ziel ist es, dünn besiedelte Gebiete flexibler an den öffentlichen Verkehr anzubinden. Die Entwicklung erfolgt gemeinsam mit Apollo Go, der Robotaxi-Sparte des chinesischen Google-Pendants Baidu. Vor Kurzen hat das Bundesamt für Strassen (Astra) eine Ausnahmebewilligung für den Betrieb selbstfahrender Fahrzeuge in der Ostschweiz erteilt. Der reguläre Betrieb mit bis zu 25 Fahrzeugen ohne Sicherheitsfahrer soll im kommenden Jahr beginnen.

Seit März 2025 erlauben die Gesetze der Schweiz unter bestimmten Voraussetzungen hochautomatisiertes Fahren auf Autobahnen, fahrerloses Parken in zugelassenen Anlagen sowie fahrerlose Fahrzeuge auf speziell genehmigten Strecken mit Fernüberwachung. Die Kantone können solche Strecken genehmigen. Dadurch wurde erstmals ein rechtlicher Rahmen für umfassendere Pilotprojekte geschaffen. ar

Siehe auch: Eine Sammlung von Taxi-Times-Artikeln zum Thema Autonomes Fahren

Beitragsfoto: PostAuto

Tags: Baiduiamo – intelligente automatisierte Mobilitätkantion ZürichKanton SchaffhausenPostAuto SchweizSchweizSwiss Transit LabWeRide
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Axel Rühle

Der Berlin-Insider ist Funkkurs-Dozent und ursprünglich Stadtplaner. Seit 1992 ist er im Besitz eines Personenbeförderungsscheins und immer wieder auch im Taxi anzutreffen. Inhaltlich betreut er in Wort und Bild alle Themen rund um die Taxi Times Berlin.

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